13. März 2019

Der inklusive Yogaunterricht für Menschen mit und ohne Hörschädigung.

Im Januar 2019 bekam ich eine Email von der ehemaligen Vorstandsvorsitzende des Hörgeschädigten Vereins in Paderborn, Elisabeth Brockmann. Wir verabredeten uns auf einen Kaffee und sprachen über die Situation hörgeschädigter Menschen in der Gesellschaft. Wir tauschten uns ebenfalls auch über unsere persönlichen Erfahrungen aus, die wir als Betroffene in unserem Leben gemacht haben. Die Gespräche mit anderen Betroffenen mit Hörschädigung sind für mich immer wieder eine große Bereicherung, aus denen ich viel lernen kann. Immer wieder finde ich es bewundernswert, wie diese Menschen schwierige Situationen in ihrem Leben gemeistert haben. Jeder macht es auf seine Art und Weise, jeder findet für sich Strategien, jedoch schafft es auch jeder immer wieder schwierige Situationen selbstständig zu überwinden.

Frau Brockmann fragte mich anschließend ob ich mich bereit erklären würde, für sie und ihre Freundinnen Yogaunterricht, speziell für Menschen mit Hörschädigung, (was damals auch schon in meinem Angebot stand) anzubieten. Die erste Gruppe traf sich dann am 13.03.2019 im Familienzentrum im Bastfelderweg in Paderborn.

Menschen mit einer Hörschädigung sind stetig Stresssituationen ausgesetzt. Selbst im Yogaunterricht können sie sich nicht entspannen, da es nicht möglich ist, mit geschlossenen Augen zu hören, was der Lehrer sagt. In meinem Yogaunterricht geht es darum, den Menschen mit einer Hörschädigung zu ermöglichen sich zu entspannen. Die anderen Sinne werden aktiviert und dabei werden die Ohren sozusagen komplett „rausgenommen“. Ziel ist es, eine gemischte Gruppe von Hörenden und Hörgeschädigten zu gründen. Hierbei wird der inklusive/integrative Aspekt berücksichtigt sowie Hörende und Schwerhörige Menschen können in die „Welten“ der anderen hineintauchen und lernen sich gegenseitig zu verstehen.