19. November 2020

Eine kleine Erzählung in besonderen Zeiten (Fotos am Ende des Artikels)

Die ganze Welt lebt im Moment in einer ganz außergewöhnlichen und besonderen Zeit. Wir alle müssen eine riesige Umstellung bewältigen. Wir sollten nicht unsere Energie und Gedanken mit den Ängsten und Sorgen verschwenden, wir könnten uns und unser Leben verlieren. Wichtig ist es jetzt, kreativ zu sein, aktiv zu bleiben, zu helfen, sowie nützlich zu werden für die Menschen die die Hilfe gebrauchen.

Vor der zweiten Corona Welle hatte ich insgesamt 5 kleine Yogagruppen. Die Menschen die dort zusammen kamen, sind alle wunderbare sowie einzigartige Individuen.

Das Ziel meiner Yogastunden besteht darin, dass jeder einzelne Teilnehmer die Möglichkeit hat, sich auszuprobieren, seine persönlichen Grenzen zu erfahren und vor allem, für sich innerlich zur Ruhe kommt.

Wenn man dies für sich erkannt hat, fällt es einem somit einfacher, seine persönlichen Grenzen für sich im Alltag zu erkennen und aufzuspüren. Das Resultat daraus ist, dass man ausgeglichener, zufriedener sowie selbstsicherer wird.

Es ist mir ein großes Anliegen, in den Yogastunden auf jeden einzelnen Teilnehmer einzugehen. Genauso wichtig ist es mir, zu Beginn der Yogastunde in der gesamten Gruppe Themenbereiche aufzugreifen, in denen jeder Mensch immer wieder bestärkt werden kann – wie z.B. positives Denken, Dankbarkeit, Gelassenheit und Zuversicht. Gerade Menschen mit einer Beeinträchtigung werden immer wieder mit den Schwierigkeiten, den Ablehnungen, dem Unverständnis sowie der Ignoranz und der Einsamkeit in der Gesellschaft ausgesetzt und konfrontiert. Da können aufbauende Worte und Gespräche wichtige Ansätze sein, die psychische Stabilität und das Selbstwertgefühl aufzurichten und den Zusammenhalt sowie die Vertrautheit in der Gruppe zu erschaffen. Zu Beginn der Stunde eine Atmosphäre einzurichten, die den Wohlfühlfaktor unterstützt. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, dass jedes Mitglied beginnen kann, einen effektiven und wirksamen Yoga auf seine Art und Weise zu praktizieren sowie sich zu entspannen. Denn nur wenn der Mensch sich wohlfühlt, kann er beginnen, „in sich zu gehen“. Dadurch können die erwünschten Wirkungen und Effekte des Yogas erreicht werden.

In meinen Yogastunden wenden wir uns von der Perfektion ab. Damit ist gemeint, dass niemand in meinen Gruppen sich bemühen muss, seine Standhaltungen so auszuführen, wie diese in diversen Medien „vorgegeben“ werden. Die Asanas (Standhaltungen) sowie Übungsreihen werden von mir vorgemacht und jeder Einzelne kann für sich schauen, wie er es umsetzen möchte. Jeder kann für sich Optionshaltungen oder Umwandlungen in den Bewegungen herausfinden die sich für ihn besser anfühlen. Sich zur Unterstützung einen Stuhl, einen Keil, Band etc. hinzuziehen oder sich die Standhaltungen/ Übungsreihen einfach nur vorstellen (Visualisierung). Es ist nachgewiesen, dass die geistige Vorstellung der Bewegungsabläufe, Körperhaltungen sowie Situationen ähnliche Effekte erzielen, wie die tatsächliche Ausführung. Die Visualisierungen haben eine Wirkung auf die Muskulatur. Selbst Spitzensportler wenden diese Technik an um das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Muskulatur sowie das Körpergefühl zu verbessern und Konzentrationskraft und Entspannung zu verstärken. Natürlich unterstütze ich auch bei den Umwandlungen, wenn dies erwünscht wird.

Es ist unglaublich, welch eine wunderschöne Atmosphäre in diesen Gruppen herrscht. Auch ich komme total entspannt, zufrieden, zuversichtlich und erholt aus den Gruppenstunden. Es ist auch für mich eine unglaublich schöne Erfahrung zu erkennen, welche Komponenten wichtig für eine angenehme Atmosphäre sind. Die besten Lehrer sind für mich die Teilnehmer. Wir profitieren voneinander.

Eine kleine „HomeYogaSession“